Fischbecken oder Bolzplatz? Beides!

Mit Begeisterung und Feuereifer sind die Dorfbewohner von Mahube dabei, denn es geht um bessere Lebensqualität in ihrem Dorf. Das heißt ganz konkret: Sauberes Trinkwasser und ausgewogene Nahrungsmittel, Umweltbildung und Aufforstung. Seit terre des hommes mit Hilfe des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in dem 1000 Einwohner zählenden Dorf in der Nähe der mosambikanischen Hauptstadt ein Projekt begonnen hat, sind die Männer und Frauen in Aktion. Es gilt, Wassertanks zu bauen, die in der von Dürre geprägten Region das Regenwasser auffangen. Und die Zeit drängt, denn die Regenzeit beginnt schon bald. Zwei Wassertanks stehen schon: Einer ist direkt an der Schule und kann bis zu 80.000 Liter Wasser aufnehmen. Ein zweiter Tank, der für die Bewässerung der Felder vorgesehen ist, nimmt 60.000 Liter auf. Ein Dritter soll noch hinzukommen.

Ökologische Landwirtschaft
Auch die Frauen und Kinder haben ihre Aufgabe: Auf Anleitung von Ali, dem Experten in Sachen Landwirtschaft, kümmern sie sich um die Anpflanzung von Gemüsegärten nach Kriterien der sogenannten Permakultur, einer nachhaltigen und naturnahen Landwirtschaft. Das beinhaltet unter anderem, dass Pflanzen, die sich gegenseitig im Wachstum begünstigen, nebeneinander gepflanzt werden. Chemischen Dünger braucht man bei solchen Kombinationen kaum, so dass der Boden nicht zu sehr strapaziert wird. Denn der ist durch die Trockenheit und die bisherige Überdüngung sowieso schon ausgelaugt. Doch die Einwohner von Mahube hatten bislang keine andere Wahl. Die Ernteerträge wurden mit den Jahren immer schlechter, der Regen immer weniger. Um überhaupt ausreichend zu essen für die Familien zu haben, wurde mit Hilfe von Dünger versucht, die Ernten zu steigern. Doch nun hat die ökologische Landwirtschaft in Mahube Einzug gehalten hat, Von ihr profitieren vor allem die Kinder.

Bolzplatz versus Fischbecken
Damit sie sich möglichst ausgewogene ernähren können, wollte Ali zusammen mit den Männern im Dorf ein Fischbecken bauen. Doch wohin mit den Bassins? Am besten auf den Bolzplatz der Kinder, da der Boden gut geeignet war. Ali fragte also die Kinder im Dorf, ob er auf dem Bolzplatz seine Fischbecken bauen könne. Davon hätten sie schließlich auch was, denn der Fisch versorge sie mit hochwertigen Proteinen. Doch die Kinder setzten ihre Prioritäten anders: Kein Bassin auf dem Bolzplatz! Klares Veto. Eine andere Lösung musste her: Ali zog also mit den Kinder los, um eine Alternative für den Bolzplatz zu finden. Sein Angebot: Wenn das Fischbecken auf dem Bolzplatz gebaut werden darf, hilft er den Kindern beim Anlegen eines neuen Bolzplatzes. Damit waren die Kinder einverstanden. Die Fischbassins stehen, der neue Bolzplatz wird bald gebaut.